Funktionsklingelbeutel

Mein Kichern über Nordwolfshäutigbegesichtigte Mit- und Aufderstraßerumläufer tut es a- bis c-prominenten Flüssen gleich und flutet also eher, denn es abebbt. Aus mehrerlei Gründen lehne ich das Bemalen meiner Lederjacke eigentlich ab, aber der Gedanke an ein verballhornendes Logo etwa auf Höhe des rechten Schulterblattes potenziert mein Kichern. Jedenfalls haben TagesspiegLE und auch ein wenig die Zeit mein knurriges Kichern offenbar aufgeschnappt und diesen Winter sollte das jämmerlich abenteuerbefreite Lächerlichkeitsschaulaufen endlich die Ankunft im Zenit feiern – ich feiere dann vielleicht sogar mit. Und dann wären wir mit der Wäscheanalogie zu 90er Eurodancetrash hoffentlich durch.

Doch natürlich seien hier noch ein paar verabschiedene Wörtchen ins Outdoor getippt, ich klebe eine soyabebutterte Bagelhälfte auf die linken und damit noch freien Schulterblattregionen der Outdoorjackenschaft. Jobben in sportlerischerem Umfeld rief mir nämlich noch ins Ohr, dass ja besagte Jacken für den Outdoorbereich – was nahezu allumfassend auch in diesem Jahr, sowohl funktionell als auch praktisch genau alles vor des Lesenden und Schreibenden Wohnungstür meint – neben beispielsweise vor dem meisten erstmal teurer Sportunterwäsche, nach teuer ja vor dem Rest, dann also allem Funktions(unter)wäsche ist. Funktion. F.u.n.k.t.i.o.n. Hier kommt der Bagel ins Spiel und mit ihm eine unfair große Anzahl anderer kaufbarer Artikel: Sie eint, Funktionswasauchimmer zu sein, denn zuallermeist sind es zwei Funktionen, die den Dingen innewohnen. Sie machen, was sie sollen und füllen den Funktionsklingelbeutel. Dieser Funktionsklingelbeutel wäre dann das klingelbeutelgewordene Mantra des Konsums, ein perpetuum mobile des Marktes. Das Funktionshuhn des iColumbus.

Das Wiederholen des Geschriebenen ist weder Rache noch in irgendeiner Funktion, pardon, Form negativ gemeint. Funktion 1 eines jeden Kleidungsstückes, Jacke wie Hose, ob Jacke oder Hose, Strumpf oder Eingriffschlüpfer, ist, dem damit verpackten Körperteil, im raffinierten Zusammenspiel vielleicht mit anderen Kleidungsstücken, Wärme zu spenden. Das mag der eine Anorak besser können, als der andere, doch in gewissen Graden und gewissem Grad also tun das beide, einer UND anderer. Sie sind also schonmal mit dem Präfix ‚Funktion‘ zu ehren. Sprachkritik mal, dem Zusammenhang entsprechend außen vor, doch Plural von ‚Funktion‘ wäre nun korrekt ‚Funktionen‘. Ich schiebe es auf die Anglizierung, dass fälschlich mit Suffix -s pluralisiert wird. Auch draußen ist alles anglizierte viel verlockender: Draußen ist Outdoor, Gesichter sind Wolfskin, oder so. Jedenfalls kommt also die zweite Funktion zu in diesem Beispiel eben Anorak: Konto des Produzenten füllen. Auch das können beide Jacken besser und weniger gut, aber sie können es. Also FunktionS (= Plural) wäsche.

Ein Bagel ist eine Schrippe mit Loch und damit prädestiniert für den Vergleich mit der o.g. Jacke. Funktion 1 ist sättigen, Funktion 2 des Produzenten Konto befüllen. Aber des Bagels Mehrwert ist in seiner Mitte zu suchen und damit eigentlich nicht zu finden. Nichts spendiert Mehrwert, nichts spendiert mehr Wert. Jeder halbwegs mit einigen Rechen – (ha!) – funktionen ausgestattete, also schonmal Funktionmensch weiß, dass etwas verkauftes, das im Einkauf nichts kostete, des maximalsten aller Gewinne einspielt. Und da des Bagels Mitte ein Loch, ein Nichts also bewohnt … übrigens könnte man diesen Umstand weiter hinundherverbildlichen. In der Mitte ein Nichts. Herzlos dieser Bagel irgendwie und damit klar Schrippe gewordenes Abbild des auf maximalste Gewinne konzentrierten Produzenten.

Beide, Bagel und Jacke sind schließlich in Pappkaffeebecherausschankstuben gern und häufig anzutreffen und also in bester Gesellschaft. Bis hin zur Maßlosigkeit überteuerte, teils sogar semi-Produkte nur, ausgezeichnet mit ausgiebig beschriebenen Funktions, ziehen also den Menschen das Funktionsgeld aus der Funktionstasche. Dass sich die Industrie und der Handel natürlich nicht ewig auf dem einen Begriff ‚Funktion‘ ausruhen können – geschenkt. Umsonst und draußen also. Die Funktions werden verschleiert.

Übrigens leitet sich der Name Bagel von Bejgel ab, einem Wort, das Steigbügel z.B. beschreibt und durchaus also auch Abenteuer suggeriert. Der Kauf der vielen abenteuerlichen Dinge ist eben Abenteuer genug. Weg, Ziel und so. Man kann eben alles als Lockruf der Berge oder des Waldes lesen, wenn man denn will. Auch der Run (!) auf Smartphones, die ja auch als Navigationsgerät genutzt werden könnten und es von vielen Zugezogenen ja auch werden. Dazu ein SUV und das Abenteuer könnte beginnen. Macht es aber nicht, bis nicht noch vielerlei Dinge Funktionen als Funktions verkaufsfördernd herausgestellt werden.

Was schonmal gar nicht geht: Regenschirm. Es muss Funktionsregenschirm heißen und irgendwas um die 80,- bis 200,- Euro kosten. Der bestausgestatteste Abenteurer kann eben dieses Abenteuer nicht erleben, wenn der den Funktionskragen hochhalten muss. Das fragile Gerüst könnte man aus Titanium anbieten, gegen noch ein wenig Aufpreis auch eine Außenhaut aus Kevlar. Sicher müsste dann auch ein Carbongriff oder wenigstens etwas, das danach aussieht teil der Ausstattung sein.

Beim Warten darauf, dass sich diese Marktlücke schließt, böte sich der Funktionskaffeebecher, formerly known as Pappkaffeebecher an. Freilich werden bereits Thermosbecher angeboten, aber es wird ja nicht nach dem Becher für das Abenteuer gesucht, sondern nur nach dem Becher für das Draufwarten. Er muss also immernoch wegwerfbar sein.

Abschließend ein Tipp an die Deutsche Bahn: Euer Krisenmanagement sollte fortan von den windigen, also bestens auf Draußen getrimmten PR-Leuten irgendeines der Unternehmen im Branchenverband European Outdoor Group – selbstverständlich gibt es sowas – geleitet werden. Einfrieren oder Verbrennungen im ICE, hochgradig uneinschätzbarer Bahnverkehr: Als Abenteuer verkauft ließe sich derlei im Preis nach oben korrigieren. Auf den Berg also gewissermaßen.

Ich habe so viele Schlüsse hier verschleudert, deshalb, abenteuerlustig wie ich nunmal sein könnte, einfach mal so ohne (Schluss) (schluss).

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Es könnte nichts regaler sein.

Dieser Beitrag ist natürlich nicht für Jugendliche geeignet, die sich ab hier bitte Verpixelung vorstellen.

Ich halte mich mit politischen Kommentaren eher einigermaßen zurück – glaube ich, hoffe ich. Jedenfalls ist Anlass, dass Wikileaks gerade abertausende Depeschen von US-Diplomaten veröffentlicht und unter anderem mit Cem Özdemir ein sogenannter führender Politiker einen irgendwie verharmlosenwollenabernichtkönnenden Blödsinn dazu verfasst hat – 820 Wörter ohne Erkenntnisse, dachte ich mir, kann ich auch.

Also geht es mir weniger um die politischen Hintergründe. Naja, wobei.

Schon als der Bundespräsident noch Richard von Weizsäcker hieß und so oder so gar nicht ‚unser‘ sein konnte, habe ich mich gefragt, ob dermaßen vollgebücherte Regale zum einen erstrebenswert, zum anderen ob der hoffentlichen Qualität denn auch bezahlbar sind. Eine mindere Qualität würde jedoch zumindest Erklärung darüber abgeben, warum man sich, ich mir, Politkerbefragungszimmer in Politkerbehausungen eher im Erdgeschoss bis Hochparterre von Einfamilienhäusern im Bonn der ausgehenden 80er, eben damals vorstellte: Wer wollte denn schon unter, sagen wir, Norbert Blüm wohnen, wenn dauernd dem seine Regale zusammenkrachen?

Diffus geisterten derartige Gedanken rum, wenn sich die Familie zum einen oder anderen gemeinschaftlichen Fernsehabend einfand und während des Einfindungsprozesses noch ‚Heute‘ oder die ‚Tagesschau‘ lief. In einen Schluss wollten sie noch nicht führen.

Doch der steht oder liegt ja nicht zwischen all den Büchern im Regal und ist im Grunde unauffindbar. Nein, der liegt – buchsträflich – auf der Hand, also einer auf der linken, einer auf der rechten. Wenn sich nämlich Politiker vor solch einem Büchermonstrum sitzend zu den aktuellen Achs und Ohwehs befragen lassen, dann kann das nur zweierlei heißen: Entweder haben sie kaum eines der Bücher jemals gelesen oder nur angeguckt*, denn sonst hätten sie nicht annähernd Zeit gefunden, eine in TV-Befragungswerten messbare Politikerkarriere einzuschlagen.

Oder aber sie wissen zu aktuellen Ohs und Herrjeminehs gar nichts zu sagen, da der Inhalt der Bücher zumeist über eine gewisse Zeit zusammengeschrieben, dann gedruckt und zwischen Buchdeckel gepresst werden, gekauft und spätestens gelesen werden musste. Zwischenzeitlich sind die Achs und so weiter eine Großfamilie und haben schon Kinder. Der Leser kennt also das Buch, nicht aber die Ach-Auweihs, die nun auch noch geheiratet hatten – vor ein paar Wochen erst – und nun teilweise auch in der Nachbarschaft wohnen.

*Natürlich kann man die tatsächlich inhaltsleeren, nicht nur so genannten Bücher, also Bücherrücken aus dem z.B. schwedischen Möbelhaus mitgehen lassen. Aber der bücherberückte Senfabgeber wäre ja nur noch vertrauensunwürdiger. Sein Senf womöglich Majo oder Ketchup.

Und schließlich darf, ach, MUSS man sich fragen, was der expertisierende Mensch da inmitten verstaubter Schmöker macht – hoffentlich nicht staubwedeln! – wenn es gerade genug kriselt, dass Nachrichtenredaktionen Mitarbeiter aussenden, um die Meinungen der mit Lösungsfindung hoffentlich beschäftigten Demokratisch-Legitimierten einzuholen. (Hier übr. liest sich ganz gut, dass man nicht benorthface-t Kühlschrankfüllungen einholt, sondern Meinungen, Rat, geistigen Mehrwert; aber das nur am Rande.)

Und warum sind diese Regale nie leer? Folgt man der Angeberlogik, müssten doch ständig neue Regale aufgebaut werden, weil in den alten kein Platz mehr für noch mehr Bücher ist. Irgendwann reichen die Gästezimmer nicht mehr aus und dann stehen die Regale im Schlafzimmer oder der Küche und der Protzende hat nicht nur dem Wähler Wahlmöglichkeiten geschaffen. Je nach Thematik besenft man eher in der Küche oder schlaumeiert im Lesezimmer.

Und selbst wenn wir von einem eher vertrauenswürdigem in Mikrofonumpuschelungen nuschelnden damals noch Politiker mit Parteinamen in Klammern, heute Experten ausgehen: Zieht der nie um? Oder sowas?

Sind nun also Politiker die sich vor irgendwelchen raschelnden Büschen, verkehrsbefreiten Straßen oder bewindeten Bundeszentralen im Vorbeigehen und manchmal auch -stehen befragen lassen die zu bevorzugenden? Natürlich nicht. Wissen wir denn, ob sie überhaupt lesen können? Zumal also o.g. 251,287 teilweise ganz und gar nicht diplomatischen Botschaftsbotschaften?

Das sicher lobenswerte Lesen von vielen vielen Büchern und Aberansonstenkeineahnunghaben zeigt die Misere, in der sich ein Gros der Politkerpersonen befindet, zum einen. Zum anderen lässt dieses mich hier einfach mal so das mit einer anderen Erkenntnis in Zusammenhang bringen, weil zum weiteren einen noch keine 820 Wörter erreicht wären, zum noch anderen sich ein ähnliches Phänomen seit ein paar Jahren in meinen Jobs aufzeigt:

Oben genannte Politker reden derzeit gern, teils auch vor Bücherregalen von Fachkräftemangel. Das kann ich ganz beruhigt vom Lande weisen. Beinah wöchentlich erlebe ich seit vielen Jahren Anfang-20-jährige, die mindestens zwei Studiengänge abgeschlossen und dennoch ausreichend Zeit für ihre jeweiligen Hobbies haben. Eine nicht seltene Kombination sind Ingenieur und Jurist, seltener zwar, doch ganz und gar nicht sammelwürdig ist die Textilienentwickler und wieder Jurist-Verbindung. Überhaupt ist der Juristerei defintiv kein Nachwuchsmangel oder eine einbrechende Auftragslage zu bescheinigen. Sehen wir mal vom nicht nur musikalischen Abge(h)mahne ab, drohen auffallend mehr Geschäftspartner nicht mehr nur mit einem Anwalt, sofern sie nicht selbst also Jurist – und Ingenieur, Textilienentwickler, Logistikexperten o.a. – sind natürlich.

Und sind auch Heranwachsende, die hochgradig und vielfältig qualifiziert sind a) und b) über ausreichende Mittel verfügen, gern und regelmäßig Anwaltskolonnen im Stand-By zu halten nicht Zeichen genug, dass es der Bundesrepublik Deutschland nicht sowohl in Sachen Qualifizierung als auch Wohlstand der Jugend, des Nachwuchses also hervorragend gehen muss? Vor allem wenn diese hervorragend ausgebildete Jugend noch genügend Zeit findet, ihren Hobbies in Teilen semi-professionell, wenn man der Sein-Licht-unter-den-Scheffel-Stellerei mal Glauben schenkt nachzugehen? Lieber Cem, 825 Wörter! Oder so. Zählen muss ich ja nicht auch noch können.

Hier endet die Verpixelung, liebe Jugendlichen.

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Neues Jahr, neues BLöGG.

Die Zeitrechnung unter BLöGG-Abhängigen ist ja eine andere.

Die Saison sei hiermit jedenfalls eröffnet.

Wohlsein!

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Ritterschlag?

Ich schreibe wie Thomas Mann. Und Friedrich Nietzsche.

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Hairy Metal – I Wanna Be Somebody

Hairy Metal wuchs im Rock der späten 60er heran und war gerade Teenager, als Disco alles in Grund und Boden stampfte. Ganz klar prägte ein Barry Gibb mit knallengen Jeans und Falsetto und beeindruckender Fönmähne was da kommen sollte. Dass der genannte lediglich für geschätzt 800 Zähne pro Kiefer und die Durchhalteparole der auch heute noch nicht selten spiegelbödigen Tanzetablissements berühmt wurde und blieb kommt ja nicht von ungefähr, versuchen doch Heranwachsende aller Jahrhunderte möglichst weit ihren Wurzeln zu entwachsen – und werfen ihre Triebe doch nur eine Ecke weiter.

Man hätte Barry in West Hollywood ein Denkmal aufstellen müssen. So aber dürfen die beiden verbleibenden Brüder regelmäßig Oliver Geißens Hand schütteln und jährlich so oft „Staying Alive“ zum Besten geben, wie Barry Zähne hatte. „Täglich grüßt das Murmeltier“ in Pop.

Gitarren wurden dann aber zunächst einmal umgeschnallt und nach nur wenigen Blicken in den Spiegel tief genug gehängt, um eventuellen Vergleichen mit dem Gibb’schen Geschlechtsmerkmal zu entfliehen. Die Parallelen blieben doch immer offenbar, schaute man nur lange genug hin. „I’m a woman’s man, no time to talk“ (The Bee Gees „Staying Alive“) hier, „Cause I’m hot, young, running free“ (Mötley Crüe „Live Wire“) da. Wo allerdings die Bee Gees ‚alive‘ zu bleiben gedachten, zogen die zukünftigen Helden ins Feld, möglichst schnell das Gegenteil zu erreichen. Jedes Mittel war da recht. Nur genützt hat das am Ende nichts. „Razzle“ Dingley hätte genausogut am 7. Loch herzversagend nach zwei Schlägen sterben können – Vince Neil wäre auch dort dabei gewesen.

Doch nie zuvor war der Rock dem Rock so und mit jovialem Klaps an die Hände gegeben worden. Zwar waren Groupies schon längst Legende – und länger bekannt als der Rock selbst womöglich – und relativ bald schon und mit also rasch zu übertretender Erfolgsgrenze Teil des Biz, wenn nicht überhaupt Gründungsgrund für nicht wenige Bands. Doch dass sich Mädchen, Frauen für allzu maskuline Musik und deren, zugegeben, nicht ganz so männliche Schöpfer interessierten war neu. Mögen Beatle’sche Fankreischereien den Grundstein gelegt haben, doch deren Bankkaufmännigkeit und der vermeintlichen Erzfeinde, Stones, dagegen tatsächlich wilde Ruppigkeit fußten nicht annähernd auf dem Fundament des Rock. Wenn wir Mötley Crüe oder Guns N‘ Roses als das Pentagon des Rock seiner Zeit nehmen, als das unkaputtbarste Haus der Welt also, waren die Beatles ein Pastell gestrichener Suburb-Bungalow mit Hecke in Tierform, die Stones eine Hochparterrewohnung am Rande der Innenstadt mit Blick auf den Park, in dem, okay, nach Sonnenuntergang Gras vertickt wurde und hinter dem die Müllabfuhr zu finden ist.

Sicher, wie oben erwähnt, hielten die Protagonisten rein äußerlich zunächst nicht das Versprechen der Männlichkeit, das sie breitbeinigst auf Plattencovern gaben. Deutet man jedoch das knapp bis unter die Stratosphäre toupierte Vogelnest, also eher schon Alien-Nest eines Nikki Sixx in reiner Evolutionspsychologie als simples Balzverhalten, lässt sich ein Hahnenkamm ausmachen, der am Platze und den Plätzen in der noch busfahrig erreichbaren Nähe schlicht den (großgeschrieben) Stecher ausweist. Dass sich der Gockel dabei reichlich am bis dahin vermeintlich den Hühnern vorbehaltenen Schminkschrank bedient, muss denn auch Erfolgsgeheimnis gewesen sein. Die Musik war es ja nur bedingt. Um ganz sicher zu gehen bekamen im Falle Mötley Crüe selbst einige Vokale im Bandnamen noch die Hahnenkämme aufgesetzt.

Keines der Vogel-, pardon, Alien-Nester hielt ohne das ohnehin obligate Kopftuch. Nicht wenige dieser Tücher dürften durch Hitzeeinwirkung der Bühnenscheinwerfer fest mit seinem Träger verbunden worden sein und waren also wohl Grundstein für den Erfolg von Heißklebepistolen auf breiter Ebene. Die übrigen dienten dem Verbergen der dann doch nur allzu männlichen Geheimratsecken. Nur eine Randnotiz bleibt demnach, ob es sich so oder so bei Bret Michaels verhielt. Doch auch hier zeigt sich der dem Fortpflanzungswillen vorangestellte Imponierdrang: Seht her, ich hab das breitgefaltetste! (Dass das wiederum gebügelt und gestärkt gewesen sein muss – geschenkt!)

Am Ende des Tages fiel das toupierte und haarbesprayte Zeichen dieser Form von Männlichkeit in sich zusammen, wie das Genre an sich mit dem Ausklingen des Jahrzehnts. Andere junge Männer schickten sich an, mit dem Rock meets Rock zu brechen – in Holzfällerhemden! Eine andere Geschichte, die von der gleichen Männlichkeit erzählt und doch so anders endete.

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Esoterik 1.4.2

Zweierlei Freunde, oder eigentlich gar Mehrerlei.

Ich wurde jüngst nicht nur Zeuge, nein, sogar Mittäter gewissermaßen in einer interessanten Debatte. Und wie es solche so an sich haben, warf eben auch diese Fragen auf. Zunächst grundlegende, die zu beantworten ich zwar nur sehr bedingt in der Lage bin, die aber zu stellen mit meinem zweifelhaften Vorleben mir nicht schwer fielen.

Ja, also, ich glaube an Geister. Nur um die Variablen korrekt einzustellen und hier weiterschreiben zu können.

Es wäre doch nur logisch, wenn sich die Geister unserer Zeit – mit uns – den technischen Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts anpassten. Denn: Warum sollte der Geist von beispielsweise Ed Roberts nicht die Twitters und Facebooks irgendwie nutzen, die u.a. seine Rechner erst möglich machten? Und irgendwelche Daten haben wir doch alle schon auf- oder abtauchen sehen, ohne das irgendwie erklären zu können. Warum sollte ein Bob Moog nach dem sehr schaden zwar, aber doch Ableben im Himmel auf einer Harfe rumtönen, wenn er es doch zeitlebens auf seinen Instrumenten zu tun pflegte? Die Idee einer Cloud könnte also ganz einfach erklärt sein. Die Cloud dient mithin vielleicht der Kommunikation mit den jüngeren Ahnen und wir verstehen’s nur noch nicht und laden stattdessen irgendwelchen Müll da hoch.

Okay, und wenn das nun eigentlich der Zwischeninstantlichen Kommunikation dienen soll ist natürlich ein Standard wichtig. Sonst redet mein Opa via Mac Polnisch, über Windows, nun ja, nicht Deutsch unbedingt aber sowas in der Art, mit Safari Goralisch, mit IE Sächsisch und mit Opera Esperanto. Oder reden wir gar nicht mit unseren Geistern, weil sie sich mal für BeOS entschieden hatten?

Na jedenfalls: Haben wir denn derletzt irgendwelche Geister gesehen? Nein. Warum? Weil’s bei uns reichlich langweilig ist und sich der Geek-Geist eher bei seineslebendigengleichen aufhält und die bekommen’s nicht mit, weil sie ja irgendwas geekiges machen. Und wenn wir mal ’ne Weile surfen, kriegen wir ja auch teilweise den Kaffee nicht mit, der neben unserem Keyboard kalt wird. Wie sollen wir da einen Geist mitbekommen, der uns beim facebooken über die Schulter guckt?

Ein weitere der wichtigen Fragen war dann die, warum (lebende) Menschen des Öfteren die Geister von Berühmtheiten sehen, aber wenn es zuhause spukt, es sich um entweder Vorbewohner der Wohnung/des Hauses oder verblichene Familienmitglieder handeln soll, die dann schnellstmöglich losgeworden sein sollen? Folgend wäre also weiterhin gut zu wissen, ob man den Geist beispielsweise von Heinz Erhardt, James Dean, Elvis oder Marilyn Monroe ebenso schnell loswerden würde wollen, wie den von Tante Agathe oder Onkel Achim? Und natürlich ob man den ulkigen Heinz Erhardt eher ins Jenseits zurück wünschte als einen stirnrunzelenden James Dean oder einen singenden und tanzenden Elvis eher als einen (nehme ich wenigstens an) hochgradig nerdigen Alan Turing? Und das Jenseits unterliegt nach weitläufiger Meinung nicht der Schwerkraft – wie sieht es also mit Marilyn aus?

Noch eine Sache, die mich umtreibt: Zwar wird angenommen, dass das Jenseits endlos ist, aber das vorzustellen fällt uns schwer. Es sind also ein paar hunderte Milliarden Seelen unterwegs – ob die einfach ein riesiges ZIP-Archiv sind und wir nur ab und an mal ein paar entpacken? Oder die sich gar eher einfach selbst?

Ideenweise bin ich jetzt bei Esoterik 1.4.2 etwa, 2.0 soll’s aber der Schnittstelle zu Web 2.0 wegen schon werden. Ideen also bitte hierher!

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Es ist ein Twitter

Nun also nochmal den Gedanken gedacht:

Ist Twitter Jungssache? Meine wenigen Followers und die, denen ich folge sind eher männlich und so an sich ist die Seite ja auch erstmal schon hellblau. So wie eben Jungsstrampler sind oder so ziemlich alles andere in den einschlägigen Kinderabteilungen dies- und jenseits des Meridians. (Ist übr. mal jemandem aufgefallen, dass hellblau [oder andere hell-Farben] reichlich evil sind – HELL blau?)
Grässlich.
Aber egal, mann muss sich also fragen, ob es irgendwo eine Girls-Version gibt, die dann – klar- rosa ist. Ebenso klar muss aber auch sein, dass da 140 Zeichen ganz sicher nicht reichen werden.


Skizze.

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