Freitagmittwochabend

Es ist nie zu Meg Ryan oder Hugh Grant-Romantic Comedies gekommen. Doch von ‚Würde wahren‘ zu reden wäre gewagt. In der Tat sind aus ‚Wetten, dass…‘ immerhin ‚Wetten, dass…e‘ geworden, allein Vernunftbegabung und modischer Restanstand haben keine Fallschirmseidetrainingsanzüge unter Leopardenstretchjeans, Schlangenmantel (für den hunderte süßer, kleiner Plastikschlangen ihr Leben aushauchen mussten) und schwarze Einreiher schummeln können.
Das wenige Training muss denn auch diszipliniert vonstatten gehen:

An Freitagabenden werde ich zum Teilzeit-Mädchen. Ich besitze dann Klodeckel, den heimischen meist, besektet und mit einer nicht nachvollziehbaren Freude an Badezimmerzweisamkeit entgehe ich meist lediglich der Nebeneinanderbeschminkung. Doch einfach nur, weil ich entweder lieber ungeschminkt schonmal anfange, tief ins Sektglas zu schauen oder aber weil meine Fertigkeiten bereits beim Kajalstrich als eher Unfertigkeiten entlarvt werden.

Zuvor bereits weicht Reden dem Tratsch, wie die Schluderwear dem Fummel und die Puschen den Dancing Shoes – ebenso unauffällig wie -aufhaltsam. Der Rock’n’Roll setzt eine seiner vielen Fratzen auf und klopft als Schnullipop getarnt an die Tür. Aber egal, wir lassen ihn rein, gut, dass er, wie auch immer verkleidet keine wenigen Alkoholvorräte wegsäuft.

Der Mangel an Wunsch nach Learning-by-Kajalstrichziehen-Zusehing lässt mich erkennen. Zum Beispiel dass mit steigendem Kopfnickerfaktor der gehörten Fertigmachmusik das Selbstbewusstsein steigt. Und dass eben der Gipfel der Kopfnickerigkeit mit männlich gepräter, homoerotischer Musik zu erreichen ist. Rap oder Rock. Klos, umso mehr bei nicht nicht mehr ganz so dezentem Alkoholgenuss, sind Orte der Kreativität. Wie immerwahr!

Zwischengefragt: Warum also sitze ich bloggend auf der Couch, wo ich doch romancierend auf dem Klo sitzen könnte, ja müsste?

Dieweil wird der Berg vor dem durchaus prall gefüllten Schrank des weiblichen Teils des Haushaltes größer und größer und man muss sich freilich fragen, wie der Berg der einzelnen Teile größer werden konnte als der Schrank der gesamten Klammotage es eigentlich möglich machen nur muss?

Das Weg des Abends, der Hinweg, er rückt näher und eine weitere philophische Frage ins Zentrum des zunehmend an-Alkoholisiertseins: Ist schon der Hinweg ‚Ziel‘ zu nennen wenn doch der Weg eben das Ziel sein soll?
Keine Zeit für solcherlei Fragen, vielmehr will mal wieder geklärt sein, warum das gängige Format 0,7er Flaschen sind. Wohl weil zwei davon bereit zu halten sind, eine und ein beachtlicher Teil für den Vor-Hair-Teil, der Rest vielleicht für’s Nachhausekommen und Absacken. Aber soweit sind wir noch lange nicht.

Nun werden binnen kürzester Zeit noch einmal Klatsche ausgetauscht, dass es, entgegen der Gemütslage der Thematisierten sehr wahrscheinlich, eine Freude ist. Paartherapeuten müssen genau hier ihre Daseinsberechtigung erkannt haben.

Wozu jetzt nochmal zu Ruhe kommen? Klar, rauchen. Klar, Sekt trinken. Klar, ähm, was auch immer noch eine halbe Stunde Zeit brauchen könnte, die man auf dem eben Zielhinweg mit Content füllen könnte. Und selbst mit der zusätzlichen halben Stunde zuhause wäre sie niemals annähernd nur ausreichend.

Und nun schließt – Du hast doch deinen Schlüssel? – mein Schlüssel die Türe zu und das Herz mithin auf. Der Kajalstrich sitzt schon nicht mehr perfekt und die nächste Dosis Nikotin liegt schon geschmeidig in der Hand, wartend auf Anfeuerung.

Was wohl Meg Ryan und Thomas Gottschalk heute gemacht haben mögen? Und: Sind sie auf dem Weg oder am Ziel? Und und: Wo schmust heute abend Hugh Grant mit Plastikschlangen?

2 Kommentare

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2 Antworten zu “Freitagmittwochabend

  1. Pack den Schlangenmantel ein, nimm dein kleines Plasteschwein und dann nüscht wie hin zum Schwoof… schöööön!

  2. sugarbreit

    Hülfe! Ich bin in meiner Klamottierkombüse erstickt! Kann mir mal jemand den Gottschalk aus dem Auge holen?

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